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Vortrag: Vivaristik im Unterricht

 

Kalina 1

Als Jugendreferatsleiterin des Österreichischen Verbands für Vivaristik und Ökologie ist es mir ein besonderes Anliegen, das Verständnis für heimische Arten und deren Gefährdungsproblematik zu fördern. Um dieser Aufgabe zu entsprechen, soll ein Einblick in die Entwicklung von Amphibien und Reptilien durch artgerechte Haltung geboten werden um damit die Teilnahme am aktiven Artenschutz zu ermöglichen, vor allem in Hinsicht auf Jugend- und Studentenbildung. Am Beispiel zweier aktueller Projekte (MAGISTERRA und AUVICON) sollen Möglichkeiten der Herangehensweise an diese Thematik aufgezeigt werden.

Melanie KALINA

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Ort: Bibliothek der Herpetologischen Sammlung, NHM Wien, Eingang Burgring 7, 1010 Wien

Datum: Dienstag, 19. Juni 2018  18.30 - 19.30 Uhr 

Der Amphibienpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal)

 

Bsal

Eine neue Bedrohung für Salamander und Molche

Der hoch infektiöse, parasitische und bis vor kurzem unbekannte Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans wurde im Jahr 2013 erstmals in den Niederlanden nachgewiesen. Der „salamanderfressende“ Chytridpilz, benannt nach seinem Wirtstier, dem Feuersalamander, verursachte bisher Massensterben bei Feuersalamandern in Belgien, den Niederlanden und kürzlich auch in Deutschland. Im Zuge der Globalisierung wurde der Pilz vermutlich aus Asien eingeschleppt. Der Pilz ist für Menschen ungefährlich!
Obwohl in Österreich bislang noch kein Bsal nachgewiesen werden konnte, herrscht Alarmbereitschaft. Feuer- & Alpensalamander sowie alle heimischen Molcharten (Teich- und Fadenmolche, Donau-, Nördliche- und Alpenkammmolche und Bergmolche) sind von diesem Hautpilz bedroht. Der Erreger kann in feuchtem Erdsubstrat (und anderen Materialien) und Wasser überdauern und auf diese Weise einfach verschleppt werden. Frösche erkranken nicht, können die Seuche aber übertragen.
Krankheiten und Tod sind Teil des Lebens. Allerdings stellt dieser hoch infektiöse Krankheitserreger eine existenzielle Bedrohung für einen Großteil der heimischen Amphibienfauna dar – wodurch ganze Populationen ausgerottet werden könnten.


Auf dieser Seite finden Sie wichtige Informationen, wie Sie unsere Schutzmaßnahmen unterstützen können.

Allgemeine Informationen

Folder

 

Bild: Frank Pasmans

ÖGH-Exkursion 2018 nach Istrien

Die ÖGH-Exkursion führte uns dieses Frühjahr (27.04 bis 01.05 2018) ins kroatische Istrien, die Halbinsel ganz im Norden der Adria. Von unserem Hauptstützpunkt, der alten venezianischen Stadt Rovigno (heute Rovinj) brachen wir zu unseren Exkursionszielen auf. Hier war an vielen Gartenmauern die nordadriatische Form der Mauereidechse, Podarcis muralis maculiventris, zu sehen. Den Vormittag des ersten Tages verbrachten wir in der Ruinenstadt Dvigrad und dem nördlich gelegenen Tal, die trockene Verlängerung des Limski Kanals. Neben Prachtkieleidechsen (Algyroides nigropunctatus), Smaragdeidechsen (Lacerta viridis, Adria-clade) und Scheltopusiks (Pseudopus apodus) sahen wir auch Balkan-Zornnatten (Hierophis gemonensis), Äskulapnattern (Zamenis longissimus) auch eine Hornviper (Vipera ammodytes). Der Nachmittag brachte dann ein „highlight“ der Exkursion Die Baredine-Höhle nordöstlich von Poreč. Über einige Stufen, die hinunter in die fast senkrecht sich ausdehnende Höhle führten, kamen wir zu einem kleinen unterirdischen See, wo in einem kleinen abgetrennten Bereich ein adulter Grottenolm (Proteus anguinus) und drei Jungtiere zu beobachten waren.

20180425 151259 oegh istrien

Den folgenden Tag verbrachten wir fast vollständig beim „Palud“, einem Vogelschutzgebiet westlich von Bale, und dessen Umland. Hier konnten wir sowohl Ruineneidechsen (Podarcis siculus), Karstläufer (P. melisellensis), Smaragdeidechsen, aber auch Carbonarschlangen [Hierophis (viridiflavus) carbonarius] und ein fast schwarzes Exemplar der Äskulapnatter finden. Auch Blindschleichen (Anguis fragilis) wurden unter Steinen entdeckt. Am Montag ging es dann in das Tal der Mirna in die Nähe der Stadt Motovun. Leider konnten wir an den Auwaldrändern nur einem einzigen Braunfrosch habhaft werden, und leider war es nicht der erhoffte Italienische (Rana latastei), sondern nur ein „gewöhnlicher“ Springfrosch (Rana dalmatina). Aber einige Gelbbauchunken (Bombina variegata), Sumpfschildkröten (Emys orbicularis) und Mauereidechsen, hier die Nominatform Podarcis m. muralis, entschädigten etwas.

Leitung: Johannes Hill & Mario Schweiger

Fotos:  T. Bader, R. Kopeczky, G. Egretzberger, M. Schweiger

Reptilientag der ÖGH in den Blumengärten Hirschstetten

Leiste Reptilientag

Die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie veranstaltet zum ersten Mal den „Reptilientag der ÖGH in den Blumengärten Hirschstetten“.

Die Veranstaltung wendet sich vor allem an Terrarianer und Praktiker, die sich speziell mit Reptilien beschäftigen und an all jene, denen Reptilien ein Anliegen sind. Ambitionierte Praktiker, wie auch Feldherpetologen und Wissenschafter sind herzlich dazu eingeladen, ihre Erfahrungen auszutauschen und über ihr Wissen in Form von Präsentationen zu berichten. Wissenswertes über Haltung, Zucht, Biologie und Schutz von Reptilien steht im Mittelpunkt. Interessenten sollen auf diesem Weg die Möglichkeit finden, sich zu vernetzen.
Der Leiter des Zoos in den Blumengärten Hirschstetten, Ronald Lintner, wird im Rahmen der Tagung durch die Anlagen führen.

Wann: Samstag, 22.09.2018, 10.00 bis 12.00 Uhr, 13.00 bis 15.00 Uhr

Wo: Stadl (beim Bauernhaus), Blumengärten Hirschstetten, Quadenstrasse 15, 1220 Wien

Organisatorisches
Die Einfahrt in das Gelände ist für eine beschränkte Anzahl von PKWs möglich.

Anmeldung zu Vorträgen
Beiträge können als Kurzbeitrag (5 Minuten), als Kurzpräsentation (10 Minuten) oder als Präsentation (20 Minuten) gestaltet werden.
Sollte eine andere Präsentation als Powerpoint geplant sein, bitte dies bei der Vortragsanmeldung bekannt zu geben. Ebenso soll bei der Vortragsanmeldung bekannt gegeben werden, wie lange die Präsentation geplant ist.
Anmeldungen bitte bis 18. August 2018 an: Richard Gemel: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Über das Programm und den genauen Ablauf des Reptilientages sowie Organisatorisches informieren wir ab Ende August 2018 via Aussendung und auf der ÖGH-Homepage.

Die Moorfrosch-Expedition der ÖGH 2018

Am Samstag den 31.März um 10 Uhr war es so weit. Cornelia Gabler „funkte“: Sie sind da! Noch am Donnerstag davor ließ sich kein Moorfrosch, zumal kein Blauer am Laichgewässer in Stockerau blicken, aber am Samstag waren sie da. Das Wetter nach all den Kapriolen der letzten Wochen noch immer nicht prickelnd, aber gut genug um die Rana arvalis wolterstorffi endlich in Balzstimmung zu versetzen. Unmittelbar nach der Entdeckung am Samstag wurde ein Rundmail an die zur Exkursion Angemeldeten ausgesandt, das zum einen zu einer Spontanführung noch am selben Tag um 14 Uhr lud und zum anderen gleichzeitig einen zweiten Termin am Montag den 2. April 9 Uhr in Stockerau anbot. Für den (Oster-)Sonntag war die Wetterprognose eher schlecht und auch die Aussicht mit dem geschenkebringenden Hasen konkurrieren zu müssen versprach nur bescheidene Resonanz.

Moorfrosch

Und so konnten am Montag letztlich auch mehr als 20 Interessierte einem spektakulären Ereignis bei (hinreichend) gutem, teilweise sonnigem Wetter beiwohnen. An beiden aufgesuchten Laichgewässern konnten Hundertschaften der hochmotivierten, blitzblauen Männer der Moorfrösche rufend und balzend angetroffen werden und unter der sachkundigen Leitung von Cornelia Gabler sanft und störungsarm auch hervorragend beobachtet werden (Cornelia gilt unser besonderer Dank für die zeitaufwendige und engagierte Vorbereitung dieser Expedition!).

Wer gedacht hat, dass die Kollegen aus Salzburg den weitesten Weg auf sich genommen haben, irrt: Selbst aus dem fernen Dresden fanden sich Besucher ein, die eigens für die Moorfroschhochzeit nach Stockerau geeilt waren.
Nicht nur für die, die diesem Ereignis das erste Mal beiwohnen durften, war dies wohl ein besonderer Tag: An dieser alljährlichen Sensation kann man sich kaum satt sehen!

Nur wenige Tage im zeitigen Frühjahr dauert die Laichzeit der heimischen Moorfrösche (Rana arvalis wolterstorffi). Die männlichen Frösche finden sich dabei zu großen Gruppen zusammen und beeindrucken durch ihre bei Sonnenschein intensiv himmelblaue Färbung: Dass die blaue Färbung nicht dazu dient den Weibchen zu imponieren, sondern der Fehlpaarungsvermeidung, wiesen österreichische Wissenschaftler nach: https://homepage.univie.ac.at/walter.hoedl/Sztatecsny_etal._2012_Behav.Ecol.Sociobiol.pdf

Weitere Informationen zum Moorfrosch mit Bildern:
http://www.herpetofauna.at/

Fotos:  Thomas Wampula, Peter Kaufmann, Richard Kopeczky