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ÖGH-Exkursion zum Lurch des Jahres in Wien

Bergmolch Ex ÖGH Wienerwald 13.4

Erstmals für diese Saison wurde allen ÖGH Mitgliedern ein umfangreiches, österreichweites Angebot an herpetologischen Exkursionen übermittelt. Für den Raum Wien war am 13. April eine Exkursion nach Neuwaldegg angesetzt. Sie stand unter dem Motto „Exkursion zum Lurch des Jahres“ – dem Bergmolch. Bei kühlen Temperaturen und bedecktem Himmel fanden sich 16 Teilnehmer ein, die vom Exkursionsleiter Günter Gollmann begrüßt wurden. Unterstützt wurde Günter Gollmann von Andrea Waringer-Löschenkohl; einige Teilnehmer übernahmen Kescher und Schalen, um die die gekescherten Tiere besser begutachten zu können.

Von der Bushaltestelle Hanslteich aus ging es durch in den Wald bergauf zu Tümpeln und Teichen, die vor Jahren durch das besondere Engagement von Förster und Umweltschützer Hannes Minich angelegt worden sind. Laichballen und Larven von Springfröschen konnten in fast allen Wasserstellen gefunden werden. Auch Laich des Grasfrosches wurde entdeckt. Die Bergmolche ließen zunächst auf sich warten. Bedingt durch die kühle Temperatur kamen sie nur selten zum Atmen an die Wasseroberfläche. Letztendlich konnten zwei Weibchen, prall mit Eiern gefüllt, beim Keschern gefangen werden. Neben Libellenlarven war besonders der Nachweis von Feuersalamanderlarven in mehreren Gewässern bemerkenswert. Knapp vor Ende der Exkursion konnte noch eine Blindschleiche präsentiert werden, die sich unter einem Holzbrett befunden hatte.

Fotos: Ute Nüsken, Sabine Greßler und Richard Gemel

2. Reptilientag der ÖGH in den Blumengärten Hirschstetten

Leiste Reptilientag

Die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie veranstaltet zum zweiten Mal den „Reptilientag der ÖGH in den Blumengärten Hirschstetten“.

Die Veranstaltung wendet sich vor allem an Terrarianer und Praktiker, die sich speziell mit Reptilien beschäftigen und an all jene, denen Reptilien ein Anliegen sind. Ambitionierte Praktiker, wie auch Feldherpetologen und Wissenschafter sind herzlich dazu eingeladen, ihre Erfahrungen auszutauschen und über ihr Wissen in Form von Präsentationen zu berichten. Wissenswertes über Haltung, Zucht, Biologie und Schutz von Reptilien steht im Mittelpunkt. Interessenten sollen auf diesem Weg die Möglichkeit finden, sich zu vernetzen.
Der Leiter des Zoos in den Blumengärten Hirschstetten, Ronald Lintner, wird im Rahmen der Tagung durch die Anlagen führen.

Wann: Samstag, 21.09.2019, 10.00 bis 12.00 Uhr, 13.00 bis 15.00 Uhr

Wo: Glashaus beim Seerosenteich, Blumengärten Hirschstetten, Quadenstrasse 15, 1220 Wien

Organisatorisches
Die Einfahrt in das Gelände ist für eine beschränkte Anzahl von PKWs möglich.

Anmeldung zu Vorträgen
Beiträge können als Kurzbeitrag (5 Minuten), als Kurzpräsentation (10 Minuten) oder als Präsentation (20 Minuten) gestaltet werden.
Sollte eine andere Präsentation als Powerpoint geplant sein, bitte dies bei der Vortragsanmeldung bekannt zu geben. Ebenso soll bei der Vortragsanmeldung bekannt gegeben werden, wie lange die Präsentation geplant ist.
Anmeldungen bitte bis 30. Juni 2019 an: Richard Gemel: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Über das Programm und den genauen Ablauf des Reptilientages sowie Organisatorisches informieren wir ab Ende August 2019 via Aussendung und auf der ÖGH-Homepage.

Herpetozoa online!

This is the homepage of the new Herpetozoa website, designed and provided by ARPHA.

Am 13. Mai sind die ersten Artikel von Band 32 der Herpetozoa auf der neuen Website veröffentlicht worden. Die Herpetozoa erscheint jetzt als Open Access Journal bei Pensoft, einem international renommierten Fachverlag. Durch die neue Erscheinungsweise wird der Publikationsprozess beschleunigt, auch die Sichtbarkeit der Veröffentlichungen soll in einer Zeit, in der Literatursuche fast nur mehr im Internet stattfindet, deutlich erhöht werden.

https://herpetozoa.pensoft.net/

Die Herpetozoa gilt als das Aushängeschild der ÖGH, und hat ihre Position innerhalb der herpetologischen Fachzeitschriften stetig verbessert. In jüngster Zeit kamen die eingereichten Manuskripte vorwiegend aus Lateinamerika und Vorderasien, zu einem kleineren Teil aus Süd- und Osteuropa, aber kaum mehr aus dem Kreis der Mitglieder der ÖGH. Die neue Publikationsform erlaubt es, jederzeit auf die Beiträge zugreifen zu können, auch mit Tablet oder Smartphone. Die ÖGH bezahlt dem Verlag einen jährlichen Beitrag für die Nutzung der Publikationsplattform, in der Umstellungsphase fallen zusätzliche Kosten an. Am Jahresende soll der Band auch im Druck erscheinen; er wird aber auch für Mitglieder nicht kostenfrei erhältlich sein können. Details dazu werden im Herbst bekanntgegeben.

Wir hoffen, dass die attraktive Präsentation und rasche Veröffentlichung auch wieder mehr Autorinnen und Autoren aus den Reihen der ÖGH davon überzeugen werden, ihre Arbeiten hier zu veröffentlichen.


Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen!

Pennsoft Press Release 15-May-2019

ÖGH Exkursionen 2019

Die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie bietet in diesem Jahr verstärkt Exkursionen an. Schwerpunkt der diesjährigen Exkursionen ist das Amphib des Jahres 2019 – der Bergmolch (Ichthyosaura alpestris). Wir bitten um zeitgerechte Anmeldung. Herzlichen Dank an alle ÖGH-Mitglieder, die sich bereit erklärt haben, Exkursionen durchzuführen.

Exkursionen Symbolbild

 Überblick zu allen ÖGH Exkursionen 2019 als pdf

 

  • Samstag, 25. Mai

Andreas Maletzky

Salzburg: Länderübergreifende Exkursion der ÖGH und der HerpAG zum Lurch des Jahres: Bergmolch am Ameisensee in Abtenau

Treffpunkt: 8.45 Uhr, Parkplatz zwischen B166 und Rußbach bei Hallenstein (Gemeinde Abtenau). Von Abtenau kommend Richtung Rußbach und Gosau auf der B166 Pass Gschütt Straße, gegenüber Pointinger Baustoffe die Abzweigung nach rechts in Richtung Tennishalle Rosenkranz, direkt nach Abzweigung, Parkplatz zwischen B166 und Rußbach. Dauer: ganztägig; wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk, Fernglas, Rucksack mit Jause und gute Laune nicht vergessen! Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Sonntag, 9. Juni

Susanne Stückler, Silke Schweiger & Ria Sonnleitner

Niederösterreich: Amphibien und Reptilien der Waldviertler Moorlandschaft

Treffpunkt: 10.00 Uhr, Parkplatz des Besucherzentrums UnterWasserReich in Schrems (Moorbadstraße 4, 3943 Schrems). Tagesproviant bitte mitnehmen! Es gibt auch Einkaufsmöglichkeiten in Schrems. Bei spontanem Schlechtwetter kann auch eingekehrt werden ("Waldviertler Sepp"). Die Reise erfolgt mit privaten PKWs. Anmeldung erforderlich (begrenzte Teilnehmerzahl): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

  • Samstag, 15. Juni

Karina Smole-Wiener in Zusammenarbeit mit der Arge NATURSCHUTZ

Kärnten: Exkursion III "Bergmolch – Lurch des Jahres 2019"

10.00 – ca. 13.00 Uhr, Klippitztörl. Treffpunkt: Schwarzkogelhütte, Kliening 50, 9462 Bad St. Leonhard. Teilnehmerzahl: mind. 5, max. 20. An- bzw. Abmeldung ist erforderlich: www.arge-naturschutz.at/termine

  • Sonntag, 16. Juni

Gerda Ludwig, Florian Glaser & Peter Morass, ÖGH Landesgruppe Tirol

Tirol: Bergmolchexkursion ins Fotscher Tal

Wir unternehmen eine Tageswanderung in das Fotscher Tal und wollen dabei auch Freilanddaten zu den dort lebenden Bergmolchen erheben. Gerda führt hier seit vielen Jahren Forschungen an Grasfrosch & Co. durch und kennt das Gebiet wie ihre Westentasche. Der Anstieg beträgt ca. 2 Stunden und setzt eine gute körperliche Grundkondition voraus. Festes Schuhwerk, warme Kleidung, Regenschutz, Proviant und ausreichend Wasser nicht vergessen! Bitte keine Hunde! Die Teilnahme erfolgt auf eigene Verantwortung und Gefahr! Genaueres zu Organisation und Treffpunkt wird rechtzeitig auf der Homepage bekannt gegeben: https://www.herpetozoa.at/index.php/landesgruppen/regionalgruppe-tirol

Der Bergmolch - Lurch des Jahres - in Österreich

Der Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) ist eine zentraleuropäische Amphibienart, die mit verschiedenen Ausläufern, isolierten Populationen und aktuell sechs anerkannten Unterarten bis in die nördliche Bretagne, Nordspanien, die Karpaten, südwärts bis Mittel- und Süditalien sowie über den Balkan bis auf die Peloponnes in Griechenland vorstößt.

Bergmolch Ichthyosaura alpestris
In Österreich ist er die am weitesten verbreitete Schwanzlurchart Österreichs und kommt in allen Bundesländern vor. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im Hügelland und in den Gebirgen der westlichen bzw. zentralen Landesteile, während die Vorkommen Richtung Norden und vor allem Osten ausdünnen. In den Tieflagen im Osten Niederösterreichs, dem Nord- und Mittelburgenland fehlt die Art. Die östliche Verbreitungsgrenze verläuft durch die Stadt Wien bzw. das südliche Burgenland. Verbreitungslücken in Teilen von Ober- und Niederösterreich (Inn-, Mühl- und Waldviertel), oder den Zentralalpen lassen sich wohl vielfach durch Kartierungsdefizite erklären. Die Höhenverbreitung verläuft zwischen 200 m ü. NN in Wien und 2.380 m ü. NN am Reißeck in den Kärntner Zentralalpen. Bekannte große Einzelvorkommen mit mehreren Tausend adulten Individuen stammen durchwegs aus Seen und Feuchtgebieten in Seehöhen über 1.000 m ü. NN., wie etwa am Ameisensee, am Vorderschlumsee, oder im Weißpriachtal im Bundesland Salzburg.

Bergmolch Karte

Der typische Lebensraum des Bergmolches in Österreich besteht aus größtenteils lichten, gut strukturierten Laub- und Mischwäldern mit erhöhtem Totholzanteil, oder Komplexen aus Zwergstrauchheiden, Feuchtgebieten bzw. Mooren oberhalb der Waldgrenze. Wesentlich ist ein dichtes Gewässernetzwerk. Ein Schlüsselfaktor im Landlebensraum ist neben hoher Bodenfeuchte die Verfügbarkeit von reichlich Versteckplätzen in Form von liegendem Totholz oder Lückensystemen z.B. in überwuchertem Geröll. Sehr unterschiedliche Typen von Laichgewässer werden genutzt. Einerseits handelt es sich um kleinere, oft nur temporär Wasser führende Stillgewässer wie (Wagenspur-)Tümpel, Quellstaue, Stillbereiche von Entwässerungsgräben oder Pfützen. Andererseits werden, vor allem in höheren Lagen, auch größere Gewässer genutzt, sofern sie fischfrei sind und eine ausreichende Strukturierung aufweisen.

Bergmolch Ichthyosaura alpestris Habitat

Typische syntope Amphibienarten sind der Grasfrosch (Rana temporaria) – dessen Eier vor allem in Gebirgspopulationen eine überaus wichtige Nahrungsquelle für die Molche darstellen - und die Erdkröte (Bufo bufo), in mittleren Seehöhen auch die Gelbbauchunke (Bombina variegata) und der Feuersalamander (Salamandra salamandra). Umgekehrt sind im Verbreitungsgebiet in Laichgewässern von Kamm- (Triturus cristatus s.l.) und Teichmolchen (Lissotriton vulgaris) zumeist auch Bergmolche zu finden.

Bezüglich der Jahresaktivität sind in Österreich Nachweise von Adulttieren aus allen 12 Monaten dokumentiert. Die deutliche Mehrheit aller Beobachtungen fällt in den Zeitraum Ende März/Anfang April bis Mitte/Ende August und erstreckt sich somit über gut fünf Monate mit Schwerpunkt in der ersten Hälfte dieser Zeitspanne. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Tiere im oder am Laichgewässer. Nachweise von Larven sind von Mitte April bis Ende Oktober dokumentiert, mit Schwerpunkt zwischen Ende Juni und Anfang September. Im Toten Gebirge (Kalkalpen im Grenzgebiet von Oberösterreich und Steiermark) durchgeführte Studien zum Alter von Bergmolchen mittels Skeletochronologie bzw. Langzeitmarkierungen zeigten, dass die Geschlechtsreife erst mit rund 10 Jahren eintritt und ein Maximalalter von rund 30 Jahren erreicht werden kann.

Wie alle in Österreich beheimateten Amphibienarten gilt für Individuen bzw. Lebensräume des Bergmolches in allen neun Bundesländern ein strenger Schutz. In der nationalen Roten Liste wird die Art als "Gefährdung droht" ("near threatened") gelistet. Aussagen über die Bestandsentwicklung des Bergmolches sind allerdings kaum möglich, da entsprechende Monitoringprojekte fehlen. Die Gefährdungsfaktoren sind, auch aufgrund der weiten Verbreitung in verschiedenen Lebensraumtypen, mannigfaltig. Es handelt sich um den laufenden Verlust bzw. die Degradierung von Laichgewässer durch Verfüllung, Trockenlegung, Fischbesatz oder Eutrophierung (Gülle). Weiters die massive Nutzungsintensivierung in der Land- und Forstwirtschaft, inklusive des Einsatzes von Pestiziden und der verstärkten Nutzung von Flächen im Gewässerumfeld. Die laufende Lebensraumzerschneidung durch das wachsende (Forst-)Straßennetzwerk sowie die strukturelle „Ausräumung“ der Landschaft, führen wiederum zu immer weniger Wanderkorridoren bzw. Trittsteinen in Form von Wegrainen, Waldsäumen oder Ufergehölzen.

Broschüre

Flyer

Kinder-Broschüre

Poster

Embryonalentwicklung des Lurches des Jahres auf Youtube

Fotos Christoph Riegler: Bergmolch Männchen, Habitat in den Hohen Tauern. Verbreitungskarte Bergmolch (Quelle NHM Wien)

Der Amphibienpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal)

 

Bsal

Eine neue Bedrohung für Salamander und Molche

Der hoch infektiöse, parasitische und bis vor kurzem unbekannte Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans wurde im Jahr 2013 erstmals in den Niederlanden nachgewiesen. Der „salamanderfressende“ Chytridpilz, benannt nach seinem Wirtstier, dem Feuersalamander, verursachte bisher Massensterben bei Feuersalamandern in Belgien, den Niederlanden und kürzlich auch in Deutschland. Im Zuge der Globalisierung wurde der Pilz vermutlich aus Asien eingeschleppt. Der Pilz ist für Menschen ungefährlich!
Obwohl in Österreich bislang noch kein Bsal nachgewiesen werden konnte, herrscht Alarmbereitschaft. Feuer- & Alpensalamander sowie alle heimischen Molcharten (Teich- und Fadenmolche, Donau-, Nördliche- und Alpenkammmolche und Bergmolche) sind von diesem Hautpilz bedroht. Der Erreger kann in feuchtem Erdsubstrat (und anderen Materialien) und Wasser überdauern und auf diese Weise einfach verschleppt werden. Frösche erkranken nicht, können die Seuche aber übertragen.
Krankheiten und Tod sind Teil des Lebens. Allerdings stellt dieser hoch infektiöse Krankheitserreger eine existenzielle Bedrohung für einen Großteil der heimischen Amphibienfauna dar – wodurch ganze Populationen ausgerottet werden könnten.


Auf dieser Seite finden Sie wichtige Informationen, wie Sie unsere Schutzmaßnahmen unterstützen können.

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Bild: Frank Pasmans