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Vortrag: Haltung und Zucht der Europäischen Hornviper

Vipera ammodytesDer Referent berichtet über die jahrzehntelange Haltung und Zucht von Vipera ammodytes von verschiedenen Standorten aus dem Verbreitungsgebiet. Es wird auf die unterschiedlichen (oder doch nicht?) Bedingungen bei der Haltung der Unterarten ammodytes, meridionalis und transcaucasiana eingegangen. Darüber hinaus werden Angaben zur Haltung und Zucht von verschiedenen Arten der Gattung Montivipera gemacht

MARIO SCHWEIGER 1,2

1 office[at]vipersgarden.at, www.vipersgarden.at
2 Österreichische Gesellschaft für Herpetologie, Burgring 7, 1010 Wien, Österreich
 
Ort:
Bibliothek der Herpetologischen Sammlung, Naturhistorisches Museum Wien,
Eingang Burgring 7, 1010 Wien
 
Datum:
Mittwoch, 29. März 2017, 18:30 Uhr
 
 

Exkursion: Herpetologische Exkursion zum Vrana-See

ExkursionVranaDie Exkursion ist ausgebucht, leider sind keine weiteren Anmeldungen möglich.

Die jährliche ÖGH-Exkursion der Fachgruppen Feldherpetologie und Schlangen führt uns dieses Frühjahr nach Norddalmatien zum Vrana-See und dessen Umgebung. Auf Grund der sehr nahe beisammen liegenden unterschiedlichen Lebensräume können praktisch alle Amphibien- und Reptilienarten des mediterranen Küstenstreifens beobachtet werden. So beherbergt das Gebiet z. B. eine der dichtesten Populationen der Griechischen Landschildkröte in Kroatien. Weitere zu erwartende Arten sind auch die Vierstreifen- und Leopardnatter sowie der Scheltopusik und die Würfelnatter. Leider ist das Gebiet stellenweise vermüllt, aber genau diese Örtlichkeiten sind ja des Feldherpetologen „Lieblingsplätze“.
Dieses Gebiet war bereits 2013 Ziel einer ÖGH-Exkursion, ein Reisebericht dazu ist in ÖGH-Aktuell, Ausgabe 34 nachzulesen.

Die Reise erfolgt mit Privat-PKWs. BegrenzteTeilnehmerzahl (ausschließlich ÖGH-Mitglieder)

Weitere Informationen

JOHANNES HILL1,3 & MARIO SCHWEIGER 1,2

1 Österreichische Gesellschaft für Herpetologie, Burgring 7, 1010 Wien, Österreich
2 Am Katzelsberg 4, 5162 Obertrum am See, Österreich, office[at]vipersgarden.at;, www.vipersgarden.at
3 www.herpetofauna.at, johannes.hill[at]herpetofauna.at
 
 
Datum:
Freitag, 28. April bis Dienstag, 02. Mai 2017
 
 

Österreichischer Forschungsfonds für Herpetologie (ÖFFH)

Der Tiergarten Schönbrunn und die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) vergeben jährlich Geldmittel aus einem Forschungsfonds in der Höhe von 5.000 Euro (erstmals 2016). Gefördert wird Grundlagenforschung an Amphibien und Reptilien. Voraussetzung für die Förderung ist ein Bezug zu Österreich. Das heißt, es stehen entweder heimische Amphibien und Reptilien im Zentrum der Forschung, der Wissenschafter ist aus Österreich oder die Arbeit wird an einer österreichischen Universität durchgeführt. Die Finanzierung kann einem Projekt zufallen oder auf mehrere aufgeteilt werden. Anträge können jeweils bis 30. September eingereicht werden. Die Projektanträge können per email, mit dem Betreff „Forschungsfonds“, an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gesendet werden. Über die gestellten Anträge wird bis zum 30. November durch eine Gutachterkommission entschieden. Vergabekriterien sind Qualität und Durchführbarkeit des Projekts. Das oder die geförderten Projekte werden auf der Jahrestagung der ÖGH der Öffentlichkeit bekanntgegeben und die Begünstigten stellen ihre Projekte vor. Die detaillierten Einreichmodalitäten sind in den ÖFFH-Richtlinien zu finden

Der ÖFFH 2016

2016 konnten Wissenschafter erstmals um die Gelder aus dem Österreichischen Forschungsfonds für Herpetologie ansuchen. Aus den gestellten Anträgen wurden von der Gutachterkommission zwei Begünstigte gewählt. Da die Summe beider Projekte unter den zur Verfügung stehenden 5.000 € beträgt, konnten beide zur Gänze gefördert werden. Wir gratulieren den Fondsbegünstigten Karin Ernst zum einen, zum anderen Eva Ringler und Andrius  Pašukonis und freuen uns auf die Ergebnisse ihrer Forschung.

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Abstracts der Projekte:

1) Species´ distribution modeling and field survey on Iberolacerta horvathi (MÉHELY, 1904) in Austria (Karin Ernst)

Modellierung und Überprüfung potentieller Verbreitungsgebiete von Iberolacerta horvathi (MÉHELY, 1904) in Österreich - Vorhergesagte und realisierte Nischen unter Berücksichtigung topographischer, geologischer und bioklimatischer Parameter

I. horvathi Christoph Riegler

Das Ziel dieser Studie ist, neue Erkenntnisse über die bevorzugten ökologische Nischen und die aktuelle Verbreitung der Kroatischen Gebirgseidechse Iberolacerta horvathi (MÉHELY, 1904) innerhalb Österreichs zu gewinnen. Eine aussagekräftige Vorhersage wird mittels Modellierung der potentiellen Verbreitung (SDM – Species‘ distribution modeling) für Österreich getroffen und dargestellt. Für die korrelative Modellierung werden  artspezifische Habitat-Präferenzen unter Berücksichtigung geologischer, topografischer, bioklimatischer und ökologischer Variablen, basierend auf Daten bisher bekannter Fundorte implementiert und analysiert. Eine anschließende Freilandstudie an die vom Modell berechneten Standorte mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterer Vorkommen, soll schlussendlich zur Entdeckung noch unbekannter besetzter Nischen von I. horvathi in Österreich führen. Endresultat der Studie wird eine umfassende Art-Charakterisierung und eine Verbreitungskarte der potentiellen, als auch realisierten Habitate, entlang der nördlichen Verbreitungsgrenze der Kroatischen Gebirgseidechse in Österreich sein. Außerdem wird die Aussagekraft der Modellierung, die zukünftig auch als hilfreiche, flexible Methode in Bezug auf Artenschutz Anwendung finden könnte, getestet.

Fördersumme: 1.498 Euro

2) With the smell to success? The role of olfaction for locating deposition sites in a tadpole transporting frog (Eva Ringler & Andrius Pašukonis)

Erfolgreich geschnuppert? Die Rolle von Geruch beim Auffinden von geeigneten Wasserstellen während des Kaulquappentransportes

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Wenn Tiere nach mobilen Zielen suchen, wie etwa Fortpflanzungspartnern, Beute, oder anderen fluktuierenden Ressourcen, können sie nicht auf gelerntes Wissen zurückgreifen. Sie sollten stattdessen strategische Suchmuster entwickeln und/oder spezifischen Umweltreizen, so wie Geruch, folgen. Im vorliegenden Projekt wird die Bedeutung von olfaktorischen Reizen für das Auffinden von geeigneten Wasserstellen zur Abgabe von Kaulquappen bei der Pfeilgiftfroschart  Allobates femoralis untersucht. Zu diesem Zweck wurde ein Experiment geplant, in dem  zwei kürzlich entwickelte methodische Ansätze miteinander kombiniert werden: (1) das Versetzen von adulten Individuen in unbekannte Areale, und (2) die Applikation von Kaulquappen um Trageverhalten in adulten A. femoralis auszulösen. Im Speziellen wollen wir untersuchen, ob Geruch beim Auffinden von Wasserstellen in unbekannten Arealen behilflich sein kann. Die Ergebnisse werden wichtige Einblicke in Orientierungsmechanismen und Raumnutzungsstrategien bei tropischen Fröschen liefern. Die Antragsteller verwenden einen gezielten und neuartigen experimentellen Ansatz um zum ersten Mal in freier Wildbahn die Rolle von olfaktorischen Reizen für die räumliche Orientierung bei einem tropischen Frosch zu untersuchen.

Fördersumme: 3.200 Euro

Gesamt ÖFFH-Fördersumme: 4.698 Euro

Kooperationspartner:

Logo Zoo Wien

 

 

Die Blindschleiche - Reptil des Jahres 2017

Die Blindschleiche ist das „Reptil des Jahres 2017“!

Reptil 2017 Foto: KwetDie beinlosen Echsen, die trotz Namen und Aussehen weder blind noch Schlangen sind, zählen zu den häufigsten Kriechtieren unserer Heimat und sind in weiten Teilen Mitteleuropas fast flächendeckend verbreitet. Die verbliebenen Lebensräume unserer Kulturlandschaft besiedelt die Blindschleiche in relativ gesunden Beständen – so scheint es zumindest, denn unter allen einheimischen Reptilien ist sie tatsächlich die Art, deren Biologie am wenigsten erforscht ist. Auch Kenntnisse über ihre die lokalen Bestandsentwicklungen, die für den langfristigen Schutz zwingend nötig sind, liegen für die Blindschleiche kaum vor. Durch die Wahl der Blindschleiche zum „Reptil des Jahres 2017“ wollen wir auf diese harmlose, nur vermeintlich gut bekannte Echsenart aufmerksam machen und einen breiten Personenkreis informieren und sensibilisieren.

Blindschleiche - Anguis fragilis

Steckbrief: Echsenart mit schlangenähnlicher Gestalt; Länge 40-45 cm; glatte Schuppen; oberseits grau bis braun, unterseits schwarzgrau; Weibchen mit schwarzem Längsstreifen auf der Rückenmitte, Männchen meist zeichnungslos; bewegliches Augenlid; kann bei Gefahr den Schwanz abwerfen.

Lebensraum: offene bis halboffene Landschaften mit Sonn- und Versteckplätzen, z. B. lichte Wälder, Felsstandorte mit Gebüsch, Moorränder, Weinberge, Abgrabungsstätten, Weg-, Straßenböschungen, Bahndämme, Heiden, Magerrasen, Streuobstwiesen, Brachflächen, naturnahe Gärten.

Lebensweise: meist verborgen in dichter Vegetation oder Verstecken; Winterruhe: Oktober bis Ende März; Paarungszeit: Mai; Ende Juli bis September Geburt von 6-12 fertig entwickelten Jungtieren; Nahrung: Regenwürmer, Nacktschnecken, Insekten, Asseln; Feinde: Vögel, Säugetiere, Schlingnatter.

Gefährdung: In den Roten Listen von Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, und Luxemburg als „ungefährdet“, von Österreich als „potenziell gefährdet“ angegeben; Gefährdungsursachen: Aufforstung von Waldlichtungen, Beseitigung von Saumstrukturen; Einsatz von Agrochemikalien; Hauskatzen; Überfahren auf Straßen und Wegen.

 Anguis fragilis Verbreitung Österreich

Verbreitung der Blindschleiche in Österreich - Quelle NHM Wien

 

Projekte 2016

Projekt des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Fraktion Reptilien

ÖGH-Kennung: 2016b023P

ÖGH-Beteiligung: Co-Projektträger

Zeitraum: 10.10.2016 bis heute

Projektnehmer / ausführende Personen (p.t.): ÖGH-Landesgruppe Steiermark, W. Kammel

Projektziel ist, in den Jahren 2017 - 2019 Verbreitungsdaten von ausgewählten Organismengruppen in der Steiermark zu gewinnen. Diese Gruppen beinhalten auch die Reptilien, die Amphibien wurden auf Grund von Überschneidungen mit anderen Projekten vorläufig ausgeklammert. Fundmeldungen seitens der Bevölkerung und der Berg- und Naturwacht werden über die Plattform www.naturbeobachtung.at erfasst. Das Projekt umfasst auch Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildung u. ä. Die ÖGH-LG Stmk wird zu diesem ÖNB-Projekte fachliche Beratung, Hilfe bei Bestimmungsanfragen, Datenvalidierung, Teilnahme an Meetings und Fortbildungsveranstaltungen als Subbeauftragte der Berg- und Naturwacht beitragen.

Projektbezogene Publikationen: keine

 

Status des Feuersalamanders am Arealrand in den Salzburger Zentral- und Schieferalpen

ÖGH-Kennung: 2016a007P

ÖGH-Beteiligung: Co-Projektträger, gemeinsam mit der Herpetologischen Arbeitsgemeinschaft und dem ÖNB, gefördert von den Firmen Hofer KG und Spitz GmbH

Zeitraum: 01.04.2016 bis 30.04.2017

Projektnehmer / ausführende Personen (p.t.): Peter Kaufmann, Andreas Maletzky

Zielvorgaben des Projektes sind (1) die Verbesserung des Wissenstandes zu Verbreitung und zu den Lebensräumen des Feuersalamanders am Arealrand in der Grau-wackenzone und den Zentralalpen, (2) die Evaluierung von nachweislichen Fundorten mit Bewertung der aktuellen Lebensraumsituation und Formulierung von Erhaltungs- bzw. Verbesserungsmaßnahmen der Lebensräume sowie zum Biotopverbund und (3) verstärkte Öffentlichkeitsarbeit im Untersuchungsraum.

Projektbezogene Publikationen:

Maletzky A., Kaufmann P., Ankel D., Krupitz W., Lipovnik C., Müller M., Niedrist A., Nussbaumer S., Schwaighofer W., Schweinitzer G., Weber M., Meikl M. (2016): Isolierte Vorkommen des Feuersalamanders (Salamandra s. salamandra) in den Zentral- und Schieferalpen Salzburgs. Poster. Internationale Fachtagung zum Lurch des Jahres. Basel, 19.-20.11.2016.

 

Herpetofauna gemäߧ 11 der FFH-Richtlinie in der Steiermark: Konzepterstellung und Vorarbeiten mit der Antragsnummer ABT13-56L-212/2015-1

ÖGH-Kennung: 2016a005P

ÖGH-Beteiligung: Projektträger

Zeitraum: 16.03.2016 bis heute

Projektnehmer / ausführende Personen (p.t.): Werner Kammel & ÖGH-Landesgruppe Stmk

Kurzbeschreibung: Gemäß Art. 11 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) ist für in Anhang II, IV und V gelistete Arten ein Monitoring durchzuführen. Dafür ist vorab eine Auswertung vorhandener Datengrundlagen erforderlich. Die darauf basierende Auswahl von Bearbeitungsflächen ist jedoch hinsichtlich Aktualität und Durchführbarkeit quantitativ vergleichbarer Erhebungen zu prüfen. Die für ein Monitoring erforderliche Methodik wird entsprechend vorhandener Richtlinien und Erfahrungswerte definiert. Es erfolgt eine Besichtigung und Beschreibung ausgewählter Standorte hinsichtlich artspezifisch bedeut­samen Lebensrauminventars sowie eine Verortung von Untersuchungsflächen und/oder Transekten. Im Rahmen dieses Projektes werden für FFH-relevante Amphibien- und Reptilienarten 100 Untersuchungsstandorte untersucht, festgelegt und beschrieben.

In diese Erhebungen sollen auch Bestandserfassungen zu betreuten Amphibienwander­strecken einbezogen werden. Hierfür sind jedoch entsprechende Fortbildungsmaßnahmen erforderlich. Begleitend dazu wird eine Broschüre zur Erkennung und Berücksichtigung von Amphibienarten der Anhänge II und IV der FFH-RL an betreuten Wanderstrecken verfasst und hergestellt.

Über eine reine Erfassung von Bestandstrends betroffener Arten hinausgehend werden für betroffene Untersuchungsflächen Maßnahmen zur Förderung und Erhaltung vorkommender Arten formuliert. Die bei tatsächlicher Umsetzung von Schutzmaßnahmen resultierende Konfliktsituation zwischen Arterhalt und wissenschaftlicher Dokumentation wird erläutert.

Auf Basis des vorliegenden Projektes wird ein EU-konformes langfristiges Monitoring vorbereitet. Zudem wird eine Wissensbasis zum einen für Schutzmaßnahmen an ausgewiesenen Untersuchungsflächen, zum anderen für die Berücksichtigung FFH-relevanter Arten an betreuten Amphibienwanderstrecken geschaffen.

Projektbezogene Publikationen:

Kammel W. (2016): Arterkennung und Berücksichtigung EU-geschützter Arten an betreuten Amphibienwanderstrecken. Broschüre. Das Land Steiermark, Naturschutz; Graz: 12 pp.