Neues Vorstandsmitglied Gerhard Egretzberger

Gerhard Egretzberger 2009Bereits im Volksschulalter hatte ich Interesse an Reptilien und Amphibien. Vor allem Zauneidechsen und Erdkröten haben mich schon als Kind fasziniert. Wenige Jahre danach pflegte ich zunächst zwei Griechische Landschildkröten, die erste eigene Wohnung war dann aber sehr bald  mit kleinen Leguanarten und italienischen Eidechsen bevölkert. Diese Faszination für die Haltung von Reptilien und Amphibien und deren Freilandbiologie hat mich auch nach über 50 Jahren bis heute nicht losgelassen. Umso unerfreulicher ist aus meiner Sicht die Entwicklung der letzten Jahre, wo gezielt versucht wird, die „Terraristik“ in privaten Haushalten Schritt für Schritt zu erschweren oder sogar gänzlich zu verbieten. Wir als Gesellschaft für Herpetologie können und sollten versuchen dieser Entwicklung entgegenzuwirken, indem wir mit fachlich fundierten Argumenten eine positive Sichtweise auf die private Haltung von Reptilien und Amphibien anstreben. Parallel dazu können wir einerseits den Gesetzgeber und die Vollzugsbehörden mit unserem Fachwissen unterstützen und andererseits auch Ansprechstelle für Halter sein, um dadurch auch einen unmittelbaren Einfluss auf die gehaltenen Tiere zu nehmen.
 
Ich freue mich als Beirat für Terraristik gemeinsam mit den Mitgliedern der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie und den KollegInnen des Vorstandes für die Umsetzung dieser aus meiner Sicht sehr wichtigen Aufgabe einen Beitrag zu leisten.

 

 
 

Drucken E-Mail

Die Blindschleiche - Reptil des Jahres 2017

Die Blindschleiche ist das „Reptil des Jahres 2017“!

Reptil 2017 Foto: KwetDie beinlosen Echsen, die trotz Namen und Aussehen weder blind noch Schlangen sind, zählen zu den häufigsten Kriechtieren unserer Heimat und sind in weiten Teilen Mitteleuropas fast flächendeckend verbreitet. Die verbliebenen Lebensräume unserer Kulturlandschaft besiedelt die Blindschleiche in relativ gesunden Beständen – so scheint es zumindest, denn unter allen einheimischen Reptilien ist sie tatsächlich die Art, deren Biologie am wenigsten erforscht ist. Auch Kenntnisse über ihre die lokalen Bestandsentwicklungen, die für den langfristigen Schutz zwingend nötig sind, liegen für die Blindschleiche kaum vor. Durch die Wahl der Blindschleiche zum „Reptil des Jahres 2017“ wollen wir auf diese harmlose, nur vermeintlich gut bekannte Echsenart aufmerksam machen und einen breiten Personenkreis informieren und sensibilisieren.

Blindschleiche - Anguis fragilis

Steckbrief: Echsenart mit schlangenähnlicher Gestalt; Länge 40-45 cm; glatte Schuppen; oberseits grau bis braun, unterseits schwarzgrau; Weibchen mit schwarzem Längsstreifen auf der Rückenmitte, Männchen meist zeichnungslos; bewegliches Augenlid; kann bei Gefahr den Schwanz abwerfen.

Lebensraum: offene bis halboffene Landschaften mit Sonn- und Versteckplätzen, z. B. lichte Wälder, Felsstandorte mit Gebüsch, Moorränder, Weinberge, Abgrabungsstätten, Weg-, Straßenböschungen, Bahndämme, Heiden, Magerrasen, Streuobstwiesen, Brachflächen, naturnahe Gärten.

Lebensweise: meist verborgen in dichter Vegetation oder Verstecken; Winterruhe: Oktober bis Ende März; Paarungszeit: Mai; Ende Juli bis September Geburt von 6-12 fertig entwickelten Jungtieren; Nahrung: Regenwürmer, Nacktschnecken, Insekten, Asseln; Feinde: Vögel, Säugetiere, Schlingnatter.

Gefährdung: In den Roten Listen von Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, und Luxemburg als „ungefährdet“, von Österreich als „potenziell gefährdet“ angegeben; Gefährdungsursachen: Aufforstung von Waldlichtungen, Beseitigung von Saumstrukturen; Einsatz von Agrochemikalien; Hauskatzen; Überfahren auf Straßen und Wegen.

 Anguis fragilis Verbreitung Österreich

Verbreitung der Blindschleiche in Österreich - Quelle NHM Wien

 

Drucken E-Mail